#funktionsweise

#tweetscapes wandelt sämtliche* Deutschen Twitternachrichten (Tweets) in Klänge und Bilder um – in Echtzeit, also direkt nachdem sie abgesendet wurden.

Dafür empfängt zunächst ein Programm, das von Florian Eitel für das Projekt entwickelt wurde, konstant die aktuellsten Tweets direkt von Twitter – inklusive weiterer Informationen über das Thema, den Absender, den Ort und vieles mehr.

Die Twitter-Schnittstelle erlaubt es leider nicht, einfach “alle Nachrichten aus Deutschland” abzufragen, weswegen es sich letztlich um eine Kombination möglichst vieler Deutschsprachiger Tweets sowie aller eindeutig innerhalb der Grenzen Deutschlands abgeschickter Nachrichten handelt. (Wie funktioniert das genau?)

Diese Daten werden dann an das eigentliche #tweetscapes-Programm von Anselm Venezian Nehls und Thomas Hermann, sowie an die Versum-Engine von Tarik Barri weitergeleitet und hier nach einem eigens entwickelten Algorithmus in Klänge und Bilder umgewandelt.

Räumliche Zuordnung

Jeder einzelne Tweet erzeugt zunächst gleichzeitig ein akustisches und ein visuelles Ereignis. Dieses wird entsprechend dem (teils mehr, teils weniger genau feststellbaren) Aufenthaltsort des Absenders auf einer Deutschlandkarte dargestellt und mittels Position, Hall und Lautstärke auch im akustischen Stereobild räumlich eingeordnet. Eine Nachricht aus Berlin erklingt also an einer anderen Stelle als eine Nachricht aus Köln. Verschiedene Typen von Nachrichten erzeugen dabei auch unterschiedliche Arten von Klängen und Bildern.

#Hashtags

Am wichtigsten für das #tweetscapes-Konzept sind alle Nachrichten, welche einem bestimmten Thema zugeordnet werden können. Da eine semantische Analyse aller Tweets in Echtzeit (noch) nicht möglich ist, wird hierfür überprüft, ob der Tweet mit einem thematischen Schlagwort (#Hashtag) versehen ist. Ist dies der Fall, erzeugt der Algorithmus einen charakteristischen Klang, der nur durch genau dieses eine #Hashtag hervorgerufen wird. (Wie funktioniert das genau?)

Werden innerhalb kurzer Zeit besonders viele Tweets mit demselben #Hashtag abgeschickt – weil viele Menschen gleichzeitig über dasselbe Thema twittern -, entsteht zusätzlich ein andauernder Hintergrundsound, der mit dem entsprechenden #Hashtag-Sound verwandt ist. So bildet sich eine wiedererkennbare Soundscape, hervorgerufen durch die Dominanz eines ganz bestimmten Themas. Wird gleichzeitig über verschiedene Themen diskutiert, erscheinen bisweilen mehrere Hintergrundsounds gleichzeitig.

So kommt es, dass beispielsweise die Sonntag Abende meist sehr ähnlich klingen, weil stets über eine bestimmte Fernsehsendung getwittert wird. Das Klangbild an einem Werktags-Nachmittag hingegen wirkt normalerweise eher bunt und unentschieden – bis sich vielleicht plötzlich ein aktuelles Thema in den Vordergrund drängt.

So klingen zwei verschiedene #Hashtags und ihre zugehörigen Hintergrundsounds:
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So klingt Twitter an einem Dienstag Nachmittag:
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Und so am Sonntag Abend während einer populären Fernsehsendung:
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@Replies

Einige Tweets – sogenannte @Replies – sind direkt an bestimmte Empfänger gerichtet, dabei aber auch öffentlich sichtbar. Diese Tweets werden gesondert behandelt und durch ein sich ständig veränderndes Flüstern verklanglicht, um die Intimität dieser direkteren Konversationen widerzuspiegeln. Dabei berücksichtigt die Umsetzung auch, ob es sich bei einer Nachricht z.B. um eine Frage oder eine positive bzw. negative Äußerung handelt.

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Chitchat

Nachrichten, die weder ein #Hashtag noch einen direkten Empfänger beinhalten, fallen unter die Kategorie “Chitchat” – quasi das Grundrauschen des Sozialen Netzes – und lösen kurze, generische Impulse aus. In der Summe ermöglichen diese Klänge eine Aussage über die aktuelle Twitter-Gesamtaktivität. Die Anzahl der Abonnenten (Follower) des Absenders wirkt sich auf den jeweiligen Einzelklang aus, so dass die Äußerungen besonders populärer Twitter-Nutzer auch auf #tweetscapes hervorstechen.

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Re-Tweets

Auch der für Twitter zentrale Kommunikationsmechanismus der direkten Weiterleitung (Retweet) einer Nachricht findet auf #tweetscapes seine Entsprechung: Visuell wird hier eine direkte Verbindung zwischen Original und Retweet hergestellt, während auf der akustischen Ebene eine Wolke von Echos mit zunehmender Popularität der Nachricht dichter und dichter wird.

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??!

Wer es noch genauer wissen will, dem sei dieses Interview mit Anselm Venezian Nehls und das Feature “Klingende Datenströme” über Sonifikation in Kunst und Wissenschaft im Allgemeinen und #tweetscapes im Speziellen empfohlen. Hier kommen auch die #tweetscapes-Macher mit weiteren Beispielen zu Wort.

Weitere Details gibt es auch in den FAQ.

Immer noch Fragen offen? @venezian auf Twitter fragen.